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    Start Monatsüberblick November

    NOVEMBER, der bunte Herbstwald hat sich zu einem tristen, kahlen Wald verwandelt.

    CIMG4220Der November zeigt uns was er zu bieten hat: Nebel, Sprühregen, Sturm und Temperaturen, die die Frostgrenze erreichen. Zum Monatsende hatte sich in den letzten Jahren der Winter eingestellt mit Schnee und Kälte. Die Natur, Mensch und die Tiere passen sich diesen alljährlich wiederkehrenden Erscheinungen an. Unsere Bienen haben sich zu einer Wintertraube zusammengezogen, so können sie ihren erforderlichen Wärmebedarf halten. Die letzte Brut dürfte auch geschlüpft sein, so leisten sie keine Pflegearbeit mehr und kommen zur Ruhe – eine Verschnaufpause, die die Bienen unbedingt gebrauchen.

    Varroa - Winterbehandlung

    Ist eine Varroa - Winterbehandlung nötig? Keiner soll sagen, er hat keine Milben, das wäre ein großer Trugschluss. Diese Plagegeister sind leider immer da, mal weniger, mal mehr. Für die nächste Zeit ist diese Behandlung die letzte Möglichkeit die Varroamilben noch einmal zu reduzieren. Die dann noch überleben haben im Frühjahr, bedingt durch die neuen Brutflächen, eine hohe Vermehrungsrate, dass wir die Frage stellen: wo kommen die nur alle her.

    Wenn während des Spätsommers täglich 5-10 Milben auf der Windel zu zählen sind und im Oktober und November 1 Milbe täglich, dann sollten die Imker nicht zögern eine Winterbehandlung mit Oxalsäure (Oxuvar) durchzuführen.

    In den letzten zwei Jahren haben wir die Varroabehandlung im letzten Novemberdrittel ausgeführt, die Bienen waren brutfrei und die Temperatur von +5 bis + 8°C war optimal. Wir verfahren dabei folgendermaßen: Das Paket mit Oxuvar und Saccharosezucker kommt bei uns zur Anwendung. Die Lösung erwärmen wir im Wasserbad auf 35°C, dann kommt der Zucker hinzu und alles wird verrührt oder mit geschlossenem Deckel geschüttelt. Nun haben wir eine 3,5% Oxalsäurelösung, die für die Varroabehandlung angewendet werden kann. Mit einer Dosierspritze wird die warme Lösung aufgezogen und in die mit Bienen besetzten Wabengassen geträufelt. Die Menge der Lösung richtet sich nach der Anzahl der besetzten Wabengassen zwischen 40 und 50 ml pro Volk - zweizargig 50ml und ein einzargig 40ml der Säure. Wichtig ist bei dieser Arbeit die Schutzmaßnahmen einzuhalten, die beinhalten: säurefeste Handschuhe, Schutzbrille tragen und Imkerkleidung anziehen. Die Gefahr, dass es zu Verätzungen kommen kann ist immer gegeben.CIMG4227

    Die gesäuberte Windel ist wieder unter dem Volk, sie wird uns nach wenigen Tagen zeigen, welche Wirkung die Oxalsäurebehandlung hatte. Wir hoffen auf einen geringen Milbenfall, eine zweite Behandlung können wir nicht ausführen. Es besteht die Gefahr, dass die Bienen übersäuert werden und es zu einem erhöhten Totenfall kommen kann. In einem Behandlungsbuch, was ein jeder Imker besitzen sollte, müssen diese und alle vorhergegangenen Arbeiten der Varroabehandlung eingetragen werden.

    Der Gedanke, die Völker im November zu behandeln, war bei uns wie ein siebenter Sinn. In den vergangenen zwei Jahren hatten wir anschließend Schnee und recht tiefe, frostige Temperaturen, totales Winterwetter fast bis Ende Januar. Dann wäre eine Milbenbehandlung nicht mehr möglich gewesen. Unsere Winterbehandlung führten wir sonst erst im Dezember durch, einmal sogar kurz vor dem Heiligen Abend, weil da endlich die Temperaturen diese Behandlung zu ließen.

    Kerzenherstellung

    CIMG4213Der Wachsschmelzer hat seine Tätigkeit mit Hilfe der Sonnenenergie von Mai bis August verrichtet, die angefallenen dunklen Waben, den Wildbau sowie das Baurahmenwachs ausgeschmolzen. Die schönen hellen Wachsblöcke – zum Beispiel vom Baurahmen – verwenden wir für die Kerzenherstellung. Das Entdecklungswachs, im Wasser ausgewaschen und im Wachsschmelzer ausgeschmolzen, ergibt ebenfalls ein helles Wachs. Wenn draußen die Temperaturen schon recht frostig sind, dann gießen wir die Weihnachtskerzen, so haben wir auch gleichzeitig ein vorweihnachtliches Gefühl und die Arbeit macht richtig Spaß. So viele Sorten an Kerzenformen haben wir nicht, aber für die bevorstehende Advent – und Weihnachtszeit stellen wir passende Kerzen her. Die Kerzenformen sind im Handel recht teuer, aber es gibt eine Alternative, sich diese Form selber herzustellen. Im DBJ 12/2010 hat Frau Dr. Pia Aumeier die Herstellung dieser Kerzengießform sehr gut beschrieben. Honigkunden, die im Advent Honig bei uns kaufen, bekommen eine Tannenbaumkerze oder Tannenzapfen geschenkt. Wir finden, das ist eine gute Geste für treue Kunden.

    Öffentlichkeitsarbeit

    Zum Monatsende finden überall im Land die großen und kleinen Weihnachtsmärkte statt. Wir gestalten einen ganz kleinen Weihnachtsmarkt mit aus, im Begegnungszentrum des Wohngebietes. Mit schönen Kerzen, ein breites Honigsortiment, festlich geschmücktes Tannengrün mit leiser Weihnachtsmusik ist unser Verkaufstisch gestaltet. Kleine Präsentbeutel, die wir selber zusammen stellen, bieten einen zusätzlichen Blickfang. Kerzen drehen mit Mittelwänden, das ist auch eine beliebte Tätigkeit der Besucher. Hierbei muss man auf ein festes Wickeln der Mittelwand um den Doch achten. Die Dochte tauchen wir zuvor in flüssiges Wachs, dann brennen sie besser. Die Mittelwand sollte angewärmt und weich sein, so lässt sie sich besser verarbeiten. Mit unserer Hilfe ist das schnell erlernt und die Kinder aber auch die Erwachsene sind stolz auf ihre selbstgedrehten Kerzen

    Im November, wenn die Nachmittage schon früh dunkel werden, dann sieht man sich gerne Urlaubsfilme oder Bilder an. In dem Begegnungszentrum sind viele ältere Leute, denen wir diese Nachmittage bereichern möchten mit Vorträgen von unseren Urlaubsreisen von anderen Kontinenten. Das macht richtig Spaß und Freude mit den Zuschauern diesen Nachmittag zu verbringen. Honig ist auch ein wichtiges Thema, den dürfen wir nicht vergessen mitzunehmen.

    Abschäumhonig

    Honig, der vorbereitet wird zum Füllen der Honiggläser, bedarf einer Vorarbeit, dem Abschäumen. Wenn der abzufüllende Honig erwärmt und gerührt wird, dann entsteht eine Schaumschicht, die mit dem Kuchenschaber gut zu entfernen ist. Im Laufe der Zeit haben sich einige Eimer von diesem Abschäumhonig gefüllt. Was kann man damit machen? Wir nehmen den größten Teil zur Wintereinfütterung für die Bienen. Dazu wird er mit Wasser verdünnt im Verhältnis 3:2 ( drei Teile Honig und zwei Teile Wasser ). Der Rest wird zur Metherstellung (Honigwein) verarbeitet. Dazu muss der Honig auf 70° C erwärmt und noch einmal abgeschäumt werden, anschließend muss er erkalten und wird erst dann in den bereitgestellten Weinballon gefüllt. Unser Rezept „Metherstellung“ beinhaltet folgende Zutaten für 35 Liter:


    1. 1 Teil Honig

    2. 2 Teile Wasser – beides aufkochen und abkühlen lassen

    3. 3 Liter Apfelsaft (guter, 100% Fruchtgehalt)

    4. 4 Zitronen auspressen und die Schalen aufkochen

    5. 25 gr Hopfenextrakt ( aus der Apotheke)

    6. Weinhefe Malaga oder ähnliche


    200 ml Apfelsaft und die Weinhefe in einer Flasche ansetzen und warm stellen bis es gärt (3-4Tage). Jetzt werden diese Zutaten in den Weinballon gefüllt, der mit einem Gärrohr (halb mit Wasser gefüllt) versehen und warm gestellt wird. Nach einiger Zeit, drei bis vier Monate je nach Standort, ist der Gärprozeß beendet, dann wird der Met vom Bodensatz abgesogen und anschließend wieder in den gereinigten Ballon gefüllt, wo er ruhen kann, dass kann mehrere Monate bis zu einem halben Jahr dauern. Je länger der Met steht umso schmackhafter wird er. Einen kleinen Tipp, wenn der fertige Met zu süß sein sollte, drei bis vier Tropfen Zitrone in das Weinglas geben, dann ist er vollmundig – zum Wohl! Eines darf bei diesem Genuss nicht außer Acht gelassen werden, der Alkoholwert hat 12%, da könnte man die Bienen rückwärts fliegen sehen.

    Bei uns im „Auerbachs Keller“ stehen einige Weinballon mit Met gefüllt. Auch Met, der mit Schlehensaft geimpft ist, das ist ein besonderer Genuss. Wir verkaufen keinen Met, aber verschenken ihn zu besonderen Anlässen, oder trinken ihn gemeinsam mit den Imkern zur Adventsversammlung aus.

     

    So haben wir den eigentlich sehr tristen Monat November sinnvoll genutzt und freuen uns auf die bevorstehende Adventzeit bei Kerzenlicht und einem?? Glas Met.

    Was wir im November tun

    • Varroa - Winterbehandlung
    • Kerzenherstellung
    • Öffentlichkeitsarbeit
    • Metherstellung