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    Start Monatsüberblick September

     

    SEPTEMBER, der Herbst steht vor der Tür, Mensch und Tier passen sich den immer kürzer werdenden Tagen an.

    Die Sonne geht am Morgen später auf und erreicht bis zum Abend keine Sommertemperaturen mehr. Es wird merklich kühler, am Abend ziehen Nebel auf, die die Natur gespenstig wirken lassen. In unseren Bienenkästen wird es auch herbstlicher. Die Königin hat ihre Legetätigkeit reduziert, die Winterbienen sollten geschlüpft sein, die Varroamilben sind mit Ameisensäure minimiert worden, das Winterfutter ist am rechten Platz, so steht einer guten Überwinterung nichts mehr im Wege.

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    Letzte Futtergaben

    Nachdem im August die erste Futtergabe verabreicht worden ist, wird nun das letzte Winterfutter aufgesetzt. In wenigen Tagen haben die Völker dieses Futter aufgenommen und lagern es für sie passgerecht in die Waben ein. Eine Gewichtskontrolle sollte am Anschluss gemacht werden. Eine Möglichkeit besteht mit der Federwaage das Gewicht zu ermitteln. Es erweist sich nur schwer die Skala ab zu lesen. Desweiteren kann man die Kästen hinten mit der Hand anheben und sich auf das Gefühl verlassen ob sie schwer genug sind. Wie im August erwähnt, liefert uns die Stockwaage das Endgewicht für das eine Volk unter dem diese steht. Wir gehen davon aus, dass die anderen Völker annähernd gleiche Werte aufweisen. Wir haben es lieber etwas mehr einzufüttern, die Bienen haben schon den Platz zum Einlagern. Wenn im Frühjahr zwei bis drei überschüssige Futterwaben entnommen werden müssen, das kann doch nur gut für die späteren Ableger sein. Ein Volk, welches das verabreichte Futter schlecht oder nicht aufnimmt, das muss einer Kontrolle unterzogen werden. Es könnte weisellos sein. Jetzt muss der Imker handeln: entweder es ist noch zu retten und es wird mit einem Ableger vereinigt oder es bleibt nur das Abfegen der Bienen übrig.

    Fluglochbeobachtungen

    Zu dieser fortgeschrittenen Jahreszeit sind die Bienen bestrebt sich etwas zu holen was ihnen nicht gehört, wir sagen, sie räubern. Sie räubern manchmal still und heimlich ohne dass der Imker es bemerkt. Äußerlich sollten wir den Bienen keinen Anlass zu dieser Tat geben, darum alles wegräumen was nach Honig riecht oder vergossenes Futter wegwischen, besser mit Wasser übergießen. Sollte es auf dem Stand trotzdem zu einer Räuberei kommen, dann muss der Imker eingreifen. Die Fluglöcher weiter einengen hilft oftmals auch nicht mehr. In so einem Fall verschließen wir das Flugloch für zwei Tage – bei dem hohen Unterboden ist das möglich - der gezielte Bienenflug hat sich beruhigt. Es kann aber passieren, die Bienen suchen sich ein anderes Opfer. Um zu kontrollieren wo die Räuberbienen herkommen, werden sie mit Mehl bestäubt. Sie müssen ja nicht vom eigenen Stand sein, dass stellt sich dann heraus. Eine nächste Beobachtung, die zum Problem werden kann, das sind die Wespen. So manch einem Imker sind die Völker Opfer der Wespen geworden. Es gibt eigentlich nur eine Erklärung, diese Völker sind varroageschwächt eingewintert worden. Wenn beim Deckel öffnen die Wespen oben heraus fliegen, dann ist es fast schon zu spät, um das Volk zu retten. Wir haben beobachtet, wenn am Abend der Bienenflug schon lange vorüber ist, dann sind die Wespen immer noch mobil, so haben sie einen leichten Zutritt am Flugloch.

    Varroabehandlung

    Die Drohnenbrut fehlt, die Arbeiterbrut ist das Quartier der Varroamilbe. Im August haben wir zweimal die Ameisensäurebehandlung durchgeführt mit einem geringen Milbenbefall. Die Brut in den Völkern ist rapide gesunken, es sind nur noch wenige Brutwaben vorhanden, die garantiert mehr Milben in den Zellen haben, wie es uns lieb ist. Darum greifen wir nach der letzten Einfütterung noch einmal zur Ameisensäureflasche und führen eine Behandlung durch – natürlich bei entsprechenden Temperaturen. Diese Chance, die Milben in der Zelle zu töten, haben wir nur mit dieser Säure, und auch nur im August und September. Später, wenn keine Brut mehr in den Völkern ist, ist eine Behandlung mit Oxuvar (Oxalsäure) oder Bienenwohl angebracht, um die Bienen von den Milben zu befreien. Im letzten Jahr sind bei einigen Imkern schon im Herbst die Völker zusammen gebrochen, die Kästen waren leer. Aus einem Gespräch ergab sich, die Sommerbehandlung wurde mit Bayvarolstreifen durchgeführt. So konnte im Herbst das Ergebnis gar nicht anders sein. Wir haben diesen Imkern die Ameisensäureanwendung erklärt und aufgeschrieben. In diesem Jahr gab es zufriedene Gesichter, die Imker waren erleichtert und wir freuen uns, anderen geholfen zu haben.

    Pflanzaktion

    Im Herbst ist die Pflanzzeit gekommen für Bäume, Büsche und Frühlingsblüher. Schneeglöckchen, Winterling, Krokusse, Scilla, Märzbecher aber auch Tulpen und Narzissen bieten den Bienen im Frühjahr die erste Eiweißgabe, den Pollen. Bei uns blühen diese Blumen zu hunderten im Garten. Es ist schön zu sehen, wenn die Bienen den Pollen sammeln, manchmal teilen sie sich eine Blüte zu Dritt. Bäume und Büsche, wie die Euodia (hupehensis), die Kornelkirsche (cornus mas) oder die frühblühende Zaubernuß (hamamelis) sind empfehlenswert für die Herbstpflanzung. Die Bienen danken es dem Imker im Frühjahr. Wir haben eine 25 Jahre alte Euodia, den Bienenbaum. Wenn er Anfang August erblüht, ist es ein Meer von Blüten. Bienen und Hummeln sind von früh bis spät bei ihm zu Gast um Nektar und Pollen zu holen. Vor vielen Jahren keimten plötzlich im Frühjahr hunderte von Euodia Sprösslingen aus dem Erdboden. Im Herbst haben wir sie verschenkt und selber eingepflanzt, die inzwischen auch schon blühen. Seitdem kamen keine Samen mehr zum Keimen, auch in Blumentöpfe ausgesät funktionierte nicht. Unser Gedanke, sie könnten Frostkeimer sein, wanderte der Samen in die Gefriertruhe, es kamen immer noch keine Keime. Die Kornelkirsche steht auch als großes Exemplar bei uns im Garten. Im Frühjahr (März) blüht sie gelb und Ende August sind die Früchte reif. Wir machen daraus Marmelade, es ist aber sehr mühselig. Wenn der wilde Wein blüht, dann summt es im Geäst. Zweihundert Meter entfernt wohnen Bekannte, die diesen wilden Wein als Pergola haben. Wenn die kleinen Blüten erblüht sind, klingelt das Telefon und wir werden informiert über diesen üppigen Bienenbeflug.

    Öffentlichkeitsarbeit

    Bilder202008In unserem Wohngebiet findet jährlich ein Sommerfest statt, an dem wir uns beteiligen. Eine kleine Honigvielfallt und ein EWK mit einer Königin möchten wir den Besuchern näher bringen. Uns ist es nicht so wichtig den Honig zu verkaufen, sondern den Besuchern zu zeigen und zu erklären, was sind Bienen und was ist das für ein Nutztier. Den Unterschied zwischen Biene und Wespe wissen leider viele Leute nicht, das war doch ein Biologiethema in der Schule – aber lange ist es her. Freude macht es auch, wenn wir Kindern über das interessante Bienenwesen erzählen. Im Juni, nach der Frühtrachtschleuderung, hatten wir zu Hause Besuch von sechs bis acht Kindern, sieben bis elf Jahre, und einen Betreuer. Bei Kuchen und Saft bzw. Kaffee erzählten wir den Kindern über das Nutztier, die Biene. Mit einem Imkerhut bekleidet durften sie anschließend das Leben in einem Bienenkasten sich näher ansehen. Drohnen, den Willi vom Fernsehen, bekamen sie in die Hände, das war sehr spannend für die Kinder und wir hatten sehr viel Spaß. Anschließend versuchten die Kinder Honigwaben zu entdeckeln, alle Finger klebten, und sie verfolgten das Ausschleudern dieser Waben. Als Abschiedsgeschenk bekam jeder ein Glas Honig, da strahlten die Augen und die Freude war groß.  

    CIMG3981Im Herbst ist die Zeit, wo sich die Imker von nah und fern zu Fachtagungen oder Kongressen treffen. Wir Imker aus Mecklenburg- Vorpommern sind sehr interessiert an diesen Kongressen teilzunehmen, wir reisen mit Busse an, kein Weg ist zu weit. Ob es die Wanderversammlungen deutschsprachiger Imker in Bregenz, Appenzell, Bruneck oder der Apimondiakongress in Montpellier ( Frankreich ) war. Aber auch in der heimischen Umgebung sind die Rostocker Imker anzutreffen. Alljährlich organisieren wir Tagesfahrten mit dem Bus durch unser schönes Land, besuchen andere Imkervereine, genießen in der freien Natur den frischen Kuchen ( von den Imkerfrauen gebacken) und lassen uns am Abend im Waldhaus gebackenes Wildschwein munden. Solche gemeinsame Fahrten fördern das Zusammengehörigkeitsgefühl.

    Ein Monat geht wieder zu Ende, das Jahr wird immer kürzer, bald ist schon wieder Jahreswende. Jetzt ist aber erst einmal Zeit um Urlaub zu machen und die Seele baumeln zu lassen. Das haben wir doch verdient, alle Imker waren auch fleißige Bienen. Ihnen allen einen schönen bunten Herbst.

    Was ist im September zu tun

    • Letzte Futtergaben
    • Varroabehandlung
    • Fluglochbeobachtung
    • Pflanzaktion
    • Öffentlichkeitsarbeit