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    Start Monatsüberblick Juli

    JULI, ein Sommermonat, mit Hitze, Trockenheit aber auch schwül warme Tage mit Gewitter.

    Fauna und Flora haben ihren Jahreshöhepunkt überschritten. Die Frühjahrsblüher zeigen Fruchtansätze, die Tierwelt hat Nachwuchs zu pflegen, so auch unsere Bienen.

    Das Bienenvolk

    Die Bienenkästen sind noch voll Bienen, aber es beginnt langsam ein Abwärtstrend. Je nach Trachtangebot und Wetterlage geht die Anzahl der Brutwaben zurück, und in den Drohnenzellen werden es weniger Stifte. Zum Monatsende sind in den Bienenkästen die Drohnen nicht mehr willkommen, es beginnt die „Drohnenschlacht“.

    Schwarmzellen sowie Schwärme, die im Juni den Imker in Bewegung hielten, sind im Juli eher selten. Das Bienenvolk vormiert sich für die bevorstehende Aufzucht der Winterbienen. Die im Juli geschlüpften Jungbienen sind die Ammen für die Winterbienen, die das Volk stark und gesund durch das neue Bienenjahr führen sollen. Eine wichtige Beobachtung und Handlungsweise ist für den Imker jetzt nötig. Die Varroamilben begleiten leider unsere Bienen durch das ganze Jahr. Trotz zurückgehender Brut steigt die Milbenpopulation in den Völkern weiter an. Drohnenwaben sind nicht mehr auszuschneiden, was eine sehr gute Milbenreduzierung war. Jetzt werden die vorhandenen Brutzellen stark befallen. Es kommt zu verstärkten Schädigungen der schlüpfenden Jungbienen, die die Brutpflege der Winterbienen nicht ausführen können. Das Ergebnis ist, die Völker werden immer schwächer und es kommt zu Zusammenbrüchen, die Winterverluste. Um diesem Geschehen vorzubeugen ist eine zeitige Varroabehandlung erforderlich, aber nicht vor dem Abschleudern. Wir rücken der Varroa zu Leibe mit der bewährten Schwammtuchmethode und 60% iger Ameisensäure. Diese biologische Behandlung schadet keinem Wachs, hat keine Rückstände und vor allem trifft sie das Ziel, die Varroamilbe in der Brut. Bei dieser Anwendung sollten die Außentemperaturen ab 18 Grad Celsius betragen und die Ameisensäure zuvor im Kühlschrank herunter gekühlt sein. Es erfolgt somit eine langsame Verdunstung der Säure, die für die Bienen von besserer Verträglichkeit ist.

    Umweiseln

    Ein heikles Thema. Wie macht man es richtig? Das fragen sich bestimmt viele Imker. So mancher Versuch ist misslungen und die Frage kommt: warum? Wir denken, jeder Imker hat seine Methode der Umweiselung von Völkern gefunden und auch seine Erfahrung. Vielleicht einmal eine andere Art des Königinnentausches zu versuchen ist doch spannend, aber nicht unbedingt mit einer wertvollen Königin. Wir möchten unser Verfahren des Umweiselns von Königinnen in Völkern darstellen. Wir praktizieren diese Vorgehensweise viele Jahre und haben fast keine Verluste zu verzeichnen.

    Unser Augenmerk liegt bei den Wirtschaftsvölkern mit zweijährigen Königinnen. Ab ca. 20. Juli beginnen wir mit dem Umweiseln dieser Völker. Es ist manchmal recht schwierig in den vollen Bienenkästen die Königin zu finden. Es bedarf eines guten Blickes, zum Glück sind die Königinnen gezeichnet.

    An einem Vormittag, wenn viele Flugbienen ausgeflogen sind, nehmen wir die benötigten EWK – mit fast verdeckelter Brut und der jungen Königin, Zeitungspapier, Honig, Alkohol, die Imkergerätschaften und fahren zum Bienenstand. Mein Mann bereitet das EWK wie folgt vor: CIMG3175Einseitig wird das EWK mit Zeitungspapier abgedeckt, die Glasscheibe gezogen, dann die Zeitung am Rand mit Reißbrettstiften angepinnt und mit Honig eingestrichen. Inzwischen habe ich hoffentlich die Königin gefunden und abgedrückt. Aus der obersten Brutzarge entnehme ich zwei Waben und stelle das fertiggemachte EWK hinein. Die benachbarten Rähmchen und den EWK-Deckel bestreichen wir auch noch mit Honig, so ist die gegenseitige Akzeptanz besser gegeben. Ein halbes Stück Küchenpapier tränken wir mit „Wodka oder Klarer“, legen es auf das EWK und verschließen das Bienenvolk. Die Alkoholdünste entnehmen den Bienen sämtliche anderen Geruchstoffe, die gemeinsame Harmonie ist damit geboren. Bisher hat diese Art der Umweiselung funktioniert. Am nächsten Tag liegen schon die ersten Zeitungsstücke vor dem Flugloch, die Bienen haben tüchtig gearbeitet. Diese umgeweiselten Völker lassen wir ca. acht Tage in Ruhe, dann wird das EWK entnommen und die EWK-Bienen haben ein neues zu Hause. Eine kurze Kontrolle auf jüngste Brut nehmen wir noch vor, ist alles in Ordnung, dann wird die Lücke in der Zarge mit zwei honigfeuchten Waben geschlossen.

    Die Zuchtvölker sind im nächsten Jahr weiterhin Zuchtstofflieferant für die Standbegattung und dem Umlarven.

    Ablegerpflege

    Ableger, die im Juni mit jungen Königinen gebildet worden sind, haben schon mehrere Brutwaben. Den Bautrieb dieser Einheiten muss der Imker unbedingt nutzen, indem er die Erweiterung mit Mittelwänden vornimmt. Gefüttert werden die Ableger bei uns mit Flüssigfutter, Zucker oder Honig mit Wasser (1:1). Gegen Monatsende bekommen diese Ableger die zweite Zarge aufgesetzt mit honigfeuchten Waben bestückt, die von der Königin schnell angenommen werden. Sie haben optimale Bedingungen, gesund und stark in das neue Bienenjahr zu gehen und im Frühjahr ein gutes Volk zu werden.

    Begattungseinheiten

    Die Königinnenzucht von Mai und Juni geht im Juli dem Ende zu. Bedingt durch den Drohnenabtrieb Ende Juli, müssen die letzten Königinnen bis Ende des Monats begattet sein. Nicht alle Begattungskästen sind komplett, die Königin ist vom Hochzeitsflug nicht wieder gekommen. Diese Kästen nehmen wir mit zum Außenstand, dort werden sie ausgeschüttet oder abgefegt, die Bienen betteln sich in die Völker ein. Wertvolle Königinnen, die im Juni künstlich besamt worden sind und verdeckelte Brut haben, weiseln wir Anfang Juli in Ableger ein. Zu dieser fortgeschrittenen Zeit sind fünf Brutwaben für die Ablegerbildung nötig. Das noch Minivolk soll bis zur Einfütterung erstarkt sein, unter guten Bedingungen ist das zu schaffen.

    Pflegevölker

    Die letzten Pflegevölker werden Mitte Juli aufgelöst. Mit ihnen füllen wir die EWK der zuletzt geschlüpften Zuchtserie. Drei Mal benutzen wir ein Pflegevolk zum Anpflegen von Weiselzellen. Jeweils 5 Tage nach dem Umlarven – dem Verschultag – kommt eine neue anzupflegende Serie in diese Einheit. Das Pflegevolk muss während der Pflege gut mit Futterwaben und zusätzlichen Brutwaben versorgt sein. Eine Durchsicht, wegen eventueller Weiselzellen an den Waben ist ebenfalls notwendig. Bei uns kommen die verschulten Weiselzellen bis zum Schlupf in den Brutschrank. So geht ein arbeitsreiches Zuchtjahr zu Ende. Alle Arbeiten werden bei uns in das Zucht-Standbuch vermerkt. Für einen Züchter ist das ein muß.

    Die Natur im Juli

    Jetzt ist die Zeit der Lindenblüte. Sind mehrere Lindenarten vorhanden, die nacheinander blühen, so können wir auf eine Lindenhonigernte hoffen. Wir belassen diesen Honig bis zum Abschleudern – Ende Juli, Anfang August – in den Honigräumen. Dann ist die Wahrscheinlichkeit, gut verdeckelte Honigwaben zu schleudern.

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    Die Blütenvielfallt wird Ende Juli immer weniger, die Bienen fangen an zu suchen und werden auch schnell findig. Sollte da ein schwaches Volk auf dem Stand sein, dann wird es schnell von diesen ausgeräubert.

    In dem Umfeld unserer Außenstände haben wir recht gute Trachtbedingungen, wenn das Wetter nicht mit Kapriolen kommt. An den Standorten ist das Pollenangebot sehr wichtig, diese eiweißhaltige Nahrung ist für die Bienen unentbehrlich. Wenn das Trachtangebot weniger wird oder gar versiegt, dann zeigt es uns die Stockwaage die täglichen Messwerte der Zu-und Abnahmen an. Auch die Bienentätigkeit während der Nacht ist stündlich auf dem Diagramm angezeigt. Es setzt uns in Erstaunen, wie diese kleine Wesen nicht nur am Tag sondern auch des Nachts so fleißig sind – immer ohne Rast und Ruh.

    Im letzten Jahr 2010, war im Juli die Stockwaagenzunahme außergewöhnlich. Viele Jahre ist uns so eine Honigernte nicht beschert worden. Wir hatten im Juli zwei Wochen Urlaub gemacht. Die Völker waren mit zwei, einige mit drei Honigräumen bestückt. Unserer Meinung nach war alles optimal für diese Zeit. Anfang August, die Honigernte war angesagt. Was da in Anblick kam, wir waren sprachlos. Die zwei Honigräume voll bis zum geht nicht mehr und fast alles verdeckelt. Bei den drei Honigräumen waren zwei ganz verdeckelt, einer halb. Nicht genug dieser Tatsache, der oberste Brutraum (Völker mit zwei Honigzargen) war total verhonigt. Auf den Waben war noch eine Hand voll Brut, im Unterboden hingen die Bienen durch und hatten noch einmal Wildbau mit Arbeiterbrut errichtet. Unsere Gedanken waren gleich, da fehlt doch die Brut für die Winterbienen. Die Imker sind Optimisten, so hofften wir, dass diese Lücke bis zum Herbst noch geschlossen wird. Dieser geschleuderte Honig war recht dunkel, malzig- würzig und zähfließend. Der Honig enthält viel Honigtau und kristallisiert durch hohen Glukose – Fruktose Anteil sehr langsam. Wer die Abschleuderung zu dieser Zeit schon hinter sich hatte und bei der Einfütterung war, dem war dieser Zusatz bestimmt nicht willkommen. Zum Juliwetter, es war ein Hitzemonat, trocken, ja ein Strandmonat.

    Was ist im Juli zu tun                                                  

    • Ablegerpflege
    • Begutachten der Völker
    • Umweiseln
    • Honig schleudern
    • Auflösen von Begattungseinheiten