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    Start Monatsüberblick Juni

    JUNI, Fauna und Flora befinden sich auf dem Höhepunkt des Jahres.

    Auch die Bienenvölker erreichen im Juni ihre größte Volksstärke. Nach der Sommersonnenwende, am 21. Juni, ist der Höhepunkt überschritten und die Blütenvielfalt sowie die Entwicklung der Bienenvölker gehen zurück.

    Honig ernten

    Bevor die Sonnenwende erreicht ist, haben die Imker wieder einen Höhepunkt, die Honigernte.

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    Die Rapsfelder sind verblüht, die Honigräume sollten gefüllt sein. Nun ist die Frage, ist der Honig reif zum Schleudern? Wir messen den Wassergehalt des Honigs mit dem Refraktometer. Liegt der Wert unter 18%, dann ist der Honig Erntereif. Damit der Honig diese Prozentzahl erreicht, lassen wir die Honigräume noch fünf bis sechs Tage nach Trachtende unberührt. So werden die Honigwaben von den Bienen noch weiter verdeckelt, denn die Waben sollten ganz oder dreiviertel verdeckelt sein.

     

    An dem Schleudertag beginnt bei uns früh morgens die Arbeit, bevor die Bienen den neuen Nektar in den Honigraum tragen. Als erstes nehmen wir die zwei Honigräume herunter, eine Zarge mit zwei bis vier leeren Waben stellen wir auf das Absperrgitter und fegen alle Bienen von den Honigwaben hinein, die dann das Bestreben haben, schnell in den Brutraum zu kommen. Durch diese Vorgehensweise sind viele Bienen gleich wieder in ihrer Behausung, und der Anteil der abgeflogenen Bienen ist gering. Während des Abschleuderns im August sieht das alles anders aus, die große Räubereigefahr. Alle Arbeiten während der Honigernte werden ohne Rauch ausgeführt. Waben, die noch nicht genügend verdeckelt sind kommen in die aufgesetzte Zarge. Wenige Tage reichen aus, und diese Waben sind schleuderreif.

    Die entnommenen Honigwaben kommen in leere Zargen, die anschleißend auf dem Autoanhänger gestapelt werden. Mit Deckel versehen und einer Plane überspannt, geht die Fahrt nach Hause. Dort sind alle Vorbereitungen getroffen für die Schleuderung – Honigeimer, Siebe und Entdecklungsgeschirr stehen griffbereit. Mein Mann entdeckelt die Waben mit dem Heißluftgerät, ich kümmere mich um das fließende „Gold“, den Honig. In den vergangenen Jahren haben wir einen Entdeckelungshobel benutzt, weil die Waben in der Radschleuder – mit dem Heißluftgerät entdeckelt – nicht optimal geschleudert waren. Unsere jetzige Honigschleuder ist eine Sechs-Waben-Automatik-Selbstwendeschleuder, mit der das Schleuderergebnis unseren Erwartungen entspricht. Der Honig fließt durch ein Doppeltsieb in den 25 Kilogramm Honigeimer. Hobbocks benutzen wir nicht mehr, sie sind gefüllt zu schwer und für den Rücken nicht empfehlenswert. Nach wenigen Tagen wird der Honig abgeschäumt, gerührt und mit einem Etikett versehen: wann geschleudert, wie viel % Wassergehalt und welche Honigsorte der Inhalt ist. So vergehen viele Tage bis der Frühtrachthonig an seinem Platz steht.

    Nach Abschluß der Honigsaison möchten wir gerne wissen, was das einzelne Volk für einen „Honigsammeleifer“ hatte. Wir notieren die entnommenen Waben aus dem jeweiligen Volk und zu Hause wird nach der Schleuderung z. B. Frühtracht, das Gewicht der gefüllten Honigeimer ermittelt und durch die Anzahl der notierten Waben vom Volk geteilt. Diese Gewichtsermittlung ist nur eine relative Zahl. Es kommt dabei nicht auf zwei bis drei Kilogramm an, aber ein annäherndes Gewicht ist schon für die Leistungsbeurteilung nötig. Es gibt immer Völker – während der Rapsblüte – die in ihrer Leistung zurück bleiben. Wenn diese den Leistungsdurchschnitt des Standes nicht erreicht haben, dann sind sie Kandidaten für die Umweiselung.

    Der Züchter im Juni

    067Wie schon im Mai erwähnt ist die Zucht neuer Königinnen auch im Juni ein wichtiger Arbeitsgang. Jetzt ist die richtige Zeit Ableger mit jungen Königinnen zu bilden und somit leistungfähige Völker auf zu bauen. Ableger werden auch im Frühjahr zur Verstärkung schwacher und weiselloser Völker (noch nicht drohnenbrütig) gebraucht oder sie werden an Imker verkauft, die im Winter Völkerverluste hatten.

    Alle EWK und Kieler Kästen, die zur Begattung aufgestellt sind, bleiben bei uns so lange stehen bis die erste Brut verdeckelt ist, erst dann wird die Königin in Ableger oder Völker eingeweiselt. Sind die Wetterbedingungen nicht so wie wir es uns wünschen- kalt und viel Regen- dann fliegt die Königin nicht zur Begattung aus. Es kann auch vorkommen, wie bei uns im Norden 2009, dass eine ganze Begattungsserie erfolglos war - aufgestellt Ende Juni. Fast alle Königinnen waren unbegattet. Eines darf aber trotzdem nicht vergessen werden, die Futterkammern der Kästchen ständig mit Futterteig aus Puderzucker mit Honig (3:1)nach zu füllen.

    An Terminen gebundene Zucht der Königinnen ist die künstliche Besamung (KB). CIMG3890Sie ist eine sichere und gezielte Verpaarung definierten Bienenmaterials, das heißt, es soll eine bestimmte Linie erhalten bleiben. Unser Ziel ist es, durch gezielte Anpaarung sanftmütige, wabenfeste, schwarmträge und leistungsstarke Völker zu erhalten.

    Der Juni ist noch ein Schwarmmonat, die Völker dürfen nicht außer Acht gelassen werden. Im Juni, nach der Rapsblüte, sind vielerorts trachtlose Zeiten, in den Völker sind sehr viele Bienen, sie kommen schnell auf dumme Gedanken und suchen das Weite. Ein Schröpfen, durch Entnahme von Brutwaben ist angesagt, die zu Brutscheunen zusammen gestellt werden. Eine intensive Zucht braucht viele Bienen, so sind wir froh, immer aus den Brutscheunen die benötigten Mengen an Brutwaben oder Bienen entnehmen zu können.

    Tracht im Juni

    Von Mai bis Anfang Juli sind in unserer nördlichen Region die honigreichsten Monate. Wenn die Völker gut und stark aus dem Mai kommen, besteht die Chance auf eine gute Honigernte. Wir müssen immer sagen, unter normalen Wetterbedingungen. Wenn Anfang Juni die Schafskälte Einzug hält, das verkraften die Bienen, aber keinen dreiwöchigen Dauerregen.

    Waldtracht

    Die Himbeere und der Faulbaum sind erblüht oder die rote Waldameisen laufen an den Fichtenstämmen hoch, sie kommen prall und rund wieder herunter, dann honigt der Wald, wie wir sagen. In dieser Region steht unser Bienenwanderwagen mit 11 Bienenvölkern besetzt. Die rote Waldameise ist unser Trachtbarometer. Wir haben 1989 einen Ameisenhaufen im Wald angesiedelt, mit Erfolg. Inzwischen sind es zwei sehr große Ameisenwohnungen geworden, die sich am Rande des Fichtenwaldes befinden. Im Frühjahr besuchen uns manchmal die Ameisen im Wanderwagen, das sind nur ein paar Tage, dann ist wieder Ruhe. Vielleicht reduziert sich dadurch auch die Varroamilbe.

    Weißklee

    Der Weißklee, eine lukrative Pflanze für die Bienen. Der Nektar ist für sie von Bedeutung sowie der eiweißhaltige braune Pollen. Vor Jahren waren die Wiesen und Weiden um unseren Außenstandplatz weiß von blühendem Weißklee. Die Bienen hatten tüchtig zu tun, die Honigräume füllten sich, wir waren zufrieden. Seit der „Großviehwirtschaft“ werden Tonnen von Gülle auf diesen Flächen entsorgt. Den großen Stickstoffanteil verträgt der Weißklee nicht, es gibt ihn nicht mehr. Im Frühjahr blüht der Löwenzahn und dann sieht man nur noch Grashalme.

    Was wir nicht ganz nachvollziehen können ist: auf der einen Seite werden EU-Gelder für 2 ha Blühpflanzenaussaat ausgegeben, auf der anderen Seite wird das, was schon da ist, vernichtet.

    Linde

    In Mecklenburg gibt es viele Lindenalleen, große – alte – stattliche Bäume. Aber nicht alle haben das Vergnügen Nektar abzugeben, denn die Linde muss mit ihren „Füssen“ wässrig stehen. Das Wetter (mal wieder) sollte schwül, warm und leicht bewölkt sein, dann ist Stimmung im Bienenvolk, alles fliegt schon früh am Morgen in die Lindenblüte um den Nektar für den begehrten Lindenhonig zu holen. Leider sind oftmals während der Lindenblüte Wärmegewitter angesagt, dann ist die Lindentracht den „Bach herunter gegangen“.

    Kornblume

    026Ein Kornblumenfeld in Augenschein zu nehmen ist selten aber es kommt vor. Wie im Mai schon erwähnt, hatten wir 2010 das Glück so ein Feld von einem Ökolandwirt an zu wandern. Die Bienenkästen hatten wir ohne Honigräume zu der Tracht gebracht, dann erst die neuen Honigräume aufgesetzt, so dass der Honig sortenrein sein könnte. In dem Jahr hatte die Kornblume auch eine Überlebenschance an den Rändern der Getreidefelder. Die „Giftspritze“ hatte diese Bereiche nicht erreicht oder sollte es so sein? Der rote Klatschmohn und die weiße Kamille bereicherten die Feldränder. Die blühende Kamille gibt keinen Nektar ab und auch keinen Pollen, so wissen wir es. Sie steht in keinem Buch als Nektar – und Pollenspender. Und doch sagen manche Imker (ältere), das riecht aus den Bienenkästen nach Kamillenhonig. Wir sagen, das kann nicht sein, oder weiß es jemand ganz genau? Würden uns freuen darüber zu hören.

    So geht der arbeitsreiche Juni zu Ende. Die Sommersonnenwende brachte uns den Höhepunkt, nun wird alles langsam blühärmer und ruhiger. Es beginnt eine neue Phase, das Umweiseln der Völker. Darüber werden wir im Juli berichten.

    Was ist im Juni zu tun

    • Königinnenzucht
    • Ableger bilden
    • Schwarmverhinderung
    • Honig schleudern
    • Trachten an wandern