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    Start Monatsüberblick Januar

    biene

    JANUAR, ein Jahr mit vielen Fragezeichen, die bestimmt am Jahresende beantwortet sind.

    Allen Leserinnen und Lesern möchten wir ein gesundes, erfolgreiches und schönes Jahr 2011 wünschen.

    Die Redaktion des Bienen-Journals bat uns die Monatshinweise für das bevorstehende Jahr zu schreiben. Das ist für uns eine Herausforderung und gleichzeitig auch eine Erinnerung , wie fing alles an? es ist lange her – die Zeit ist schnellläufig.

    Das sind wir

    Wir möchten uns erst einmal vorstellen. wirIch, Resi Auerbach, bin 70 Jahre alt und habe als Konstrukteurin im Planungsbüro gearbeitet, mein Mann, Günter Auerbach, ist 74 Jahre alt ist Diplomingenieur für Schiffbau, war in der Datenverarbeitung tätig. Wir sind verheiratet und haben 2 Kinder und 4 Enkelkinder, die leider alle einen großen Bogen um die Bienenstände machen. Wir wohnen am Stadtrand von Rostock (Bundesland Mecklenburg-Vorpommern ) auf einer Anhöhe mit Blick auf die Silhouette Rostocks. Hier hat noch das raue Küstenklima mit viel Wind seinen Einfluss. Der Winter ist meistens recht mild, das Frühjahr lange kalt, der Sommer hat viel Sonne kann aber teilweise verregnet sein, der Herbst zeigt sich bis Ende Oktober von seiner schönen Seite. Aber Mensch und Tier gewöhnen sich an vieles. Unser Grundstück besteht aus einem Einfamilienhaus, großem Garten und Platz für 20 Bienenvölker, die ein weites Areal befliegen können. Große Flächen von Wiesen, Schilf in der Warnowniederung , viele alte Weiden und Gärten sind im Flugbereich vorhanden, was der Frühjahrsentwicklung den Völkern zu Gute kommt. Insgesamt haben wir ca. 50 Bienenvölker mit Ablegern in Segeberger Hartschaumbeuten, die auf 4 Stände verteilt stehen. Zum weitesten Stand, einem Bienenwanderwagen aus früheren Zeiten, fahren wir 20 km. Es ist ein Waldstandplatz mit viel Mischwald und was für uns sehr wichtig ist – weit und breit keine weiteren Bienenstände. Auf 3 Außenständen stehen Wirtschaftsvölker, auf dem Hausstand nur künstlich besamte und gekörte Völker, hier erfolgt die Standbegattung. Bei allen Standorten ist das nötige Kleinklima wichtig. Windgeschützt, Sonne, Pollenversorgung und Trachtangebot sollte vorhanden sein. Doch letztendlich sind wir alle vom Wetter abhängig. Gibt es eine verregnete Trachtzeit, dann geht im wahrsten Sinne des Wortes, alles den Bach herunter.

    Alle Arbeiten an den Bienenvölkern machen wir gemeinsam. Jeder hat seine spezielle Aufgabe, so läuft alles zügig und reibungslos ab: z. B. mein Mann kümmert sich um alles was außerhalb des Volkes zu verrichten ist und ich schaue im Kasten nach dem Rechten.

    Im Frühjahr wandern wir mit ca.25 Völkern in den Raps. Nach der Rapsblüte ist es oft schwierig noch Trachtfelder zu finden. Phacelia wird von den Bauern aus Kostengründen nicht mehr angebaut. Rotklee ist auch kein Thema mehr, da hier keine Vermehrung erfolgt sondern nur als Viehfutter angebaut wird. (Anwelksilage). 2010 hatten wir das Glück ein Kornblumenfeld von einem Ökobauern an zuwandern. Leider ist das ein Einzelfall. Wir würden uns sehr wünschen, dass die Trachtangebote in der Landwirtschaft mehr Beachtung finden.

     

    Wie wir zu Bienen kamen

    Die Natur sowie große und kleine Tiere haben uns seit jeher fasziniert. Unsere Kinder sind mit Tieren aufgewachsen, ob es verletzte Greifvögel oder aus dem Nest gefallene Elstern waren, alles wurde gepflegt und wieder in die Freiheit entlassen. Wir waren 10 Jahre Exotenzüchter ( Kleinpapageien ). Wind und Wetter trugen dazu bei, dass die Volieren marode wurden und wir nicht alles noch einmal neu aufbauen wollten. Unser Slogan war auch in diesen Jahren:


    „Wenn wir mal Rentner sind, dann halten wir uns Bienen“. Die Biene ein interessantes Wesen, da gibt es täglich etwas Neues zu beobachten.


    Es kam aber anders. Schon 1982 bekamen wir von einem Altimker, der aus gesundheitlichen Gründen seine Bienen nicht mehr betreuen konnte , leere Hinterbehandlungskästen ( im Handel musste man auf diese Kästen lange warten). Fazit war, wir hatten leere Kästen, keine Ahnung von der Bienenhaltung, Bücher wurden gelesen, zu Imkerversammlung gegangen und erfahrene Imker befragt. 1983 bekamen wir einen Schwarm und einen Ableger – so nun mach mal. Wir mussten aber ganz schnell feststellen, dass Theorie und Praxis große Unterschiede aufwiesen. Dank eines erfahrenen Imkers aus der Nähe, der uns mit Rat und Tat zur Seite stand, ging alles schnell aufwärts. Ein Bienenhaus wurde gebaut. 1985 waren es schon 8 Völker. 1987 kam ein Bienenwanderwagen hinzu und es wurde in den Raps gewandert. Wir waren stolz auf das was wir geschaffen hatten, aber auch nicht zu vergessen, berufstätig waren wir auch noch. Vieles war nur am Wochenende möglich. Dann kam die „ Wende“ alles wurde anders. Viele Imker hörten mit der Imkerei auf. In unserem Imkerverein Rostock waren es bis 1989 noch 250 Mitglieder, 1991 noch ca. 30 Imker. Wir waren damals schon voller Elan, mit Begeisterung und Freude bei den Bienen und haben diese Kriese gut bewältigt.

    1996 hatten wir unsere Imkerei umgestellt von Hinterbehandlungskästen auf Segeberger Hartschaumbeuten . Dieses hatte drei Gründe:


    1. 1.Wir wollten mit den Bienenkästen die Blühtrachten anwandern. Das Wandern mit dem Bienenwanderwagen war sehr kostenaufwendig und einen passenden Standort zu finden wurde immer schwieriger.
    2. 2.Die intensive Linienzucht hat dazu geführt, dass die vorhandenen Hinterbehandlungsbeuten den Bienen nicht den erforderlichen Raum boten.
    3. 3.Die Varroabehandlung und allgemeine Kontrolle der Bienen ist mit diesem Beutensystem wesentlich besser gegeben.


    Zwischenzeitlich haben wir uns mit der Zucht intensiver befasst und sind seit ein paar Jahren „Anerkannte Züchter“ der Rasse Carnica - Troiseck. Dazu später mehr.

    Januar - Standkontrolle

     

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    „ Ruhe“ ist das oberste Gebot an den Bienenvölkern. Trotzdem sollten wir zu den Bienenständen gehen und nach dem Rechten sehen. Nicht nur Wind und Schnee beeinflussen die Kästen auch Tiere machen sich zu schaffen. Wir überwintern alle Völker auf zwei Zargen, einem selbst gebauten Holzunterboden mit Drahtgaze und Mausegitter vor dem Flugloch sowie unterm Unterboden eingeschobene Windeln zur Varroa- und Gemüllkontrolle.

    2010 hatten wir an der Küste viel Schnee. Die Bienenkästen auf den Außenständen guckten nur noch mit einer Zarge und dem Deckel aus den Schneewehen heraus. Die Vorderfront mit Fluglochbereich konnten wir freischaufeln mehr ging nicht. Nach dem Tauwetter Ende März kam die Überraschung, sieben Kästen waren „ Mausehäuser“. Die Gaze war zerfressen, die Bienen tot bzw. eine Hand voll Bienen. Die Gemüllwindeln lagen hinter den Kästen. Die Gaze hatten wir als „Nagerfest“ gekauft. So kann etwas passieren ohne es zu ahnen.

    Der Januar bietet uns noch die wohlverdiente Ruhe. Überlegungen was noch alles gemacht werden muss haben wir schon, aber in die Tat umsetzen, dazu ist es im Februar noch Zeit. Bei mildem Januarwetter kann schon ein erster Reinigungsflug stattfinden ( 2009 war dieser bei uns am 20.01 ). Wer die Möglichkeit hat zu diesem Zeitpunkt am Bienenstand zu sein, dem sind schon einige „Fragezeichen“ beantwortet. Zu wünschen wäre an diesem Tag, dass kein Schnee im Flugbereich liegt, denn das ist der Tod unserer Lieblinge.

    Vereinsleben

    Unser Imkerverein Rostock, der größte in Mecklenburg-Vorpommern, hat z.Z. 89 Mitglieder, davon sind 11 Frauen aktive Imker. Das Durchschnittsalter ist bei 64,5 Jahre doch recht gut. Versicherte Bienenvölker sind es 575. Es findet jeden Monat, außer August, eine Versammlung statt, die recht gut besucht wird. Im Januar wird ein Arbeitsplan für das ganze Jahr erstellt, der Vorträge, aktuelle Situationen, Varroabekämpfung und kulturelle Themen beinhaltet. Für das kulturelle Leben sind wir zu ständig. Das macht uns Spaß und Freude. Jedes Jahr wird eine „ Fahrt ins Blaue“ zur Rapsblüte mit dem Bus gemacht. Keiner weiß wohin es geht, Spannung bis zum Schluss. Zur Adventszeit findet ein gemeinsames Adventessen im Restaurant statt, natürlich auch mit Partner. Zur Dezemberversammlung gibt es einen Rückblick des Jahres mit Bildern oder Filmen bei Kaffee, Gebäck, Schmalzbrot und Met.

    Alle zwei Jahre fahren wir zu der Wanderversammlung deutschsprachiger Imker mit dem Reisebus. 2010 ging die Reise nach Bruneck-Südtirol, es war eine Superreise. Den Weltkongress in Montpelier-fast vor der Tür-haben wir mit 35 Imkern auch besucht. Ich glaube mehr geht nicht.

    Von Mai bis September wird von Imkern aus dem Verein ein Bienenwanderwagen im Rostocker Zoo betreut – eine kleine Schauimkerei, mit Honigverkostung, Honigschleudern und Einblicke in das Leben eines Bienenvolkes hinter Glas. Für Jungimker ist das Vereinsleben wichtig, sie finden dort Freunde, Hilfe und können viel dazu lernen.

    Monatshinweise

    In den Monatshinweisen möchten wir unsere Bienenhaltung und Erfahrung darstellen. Jeder Imker hat seine Arbeitsweise, seinen Beutentyp und auch seine Bienenrasse mit der er Freude und Erfahrung hat. Bei uns im Norden ist es ein zeitlich anderes imkern als in den südlichen Regionen. Wir haben ein langes, kaltes Frühjahr, was durch die Ostsee beeinflusst wird. Somit erwärmt sich die Atmosphäre sehr langsam. Wenn wir in der Zeitung lesen, die Imker im Süden haben Ende April mit der Zucht begonnen, dann ist es bei uns nicht möglich.(es gibt auch Ausnahmen –aber selten).

    Wer trotzdem vitale, gesunde und viele Bienen in den Kästen hat, hat auch einen guten Frühjahrsstart.


    Was ist im Januar zu tun

    -         Standkontrollen

    -         Evt. Reinigungsflug beobachten

    -         Natürlichen Varroafall kontrollieren

    -         Honigvermarktung

    -         Jahresterminplan erarbeiten

    -         Vereinsleben mitgestallten

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    Kontakt

    Resi und Günter Auerbach

    Poggenweg 14

    18146 Rostock

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